TCO Sieger im ersten deutschen UWH Spielbetrieb

Vor dem Rückrundenturnier in St. Leon-Rot war die Ausgangslage klar: Der Sieg würde zwischen München und Weinheim ausgemacht werden. Beide Teams hatten in
der Hinrunde eine beeindruckende Leistung gezeigt und noch kein einziges Gegentor kassiert. Das intensive Spiel zwischen beiden Mannschaften war 0:0 ausgegangen, ein im UWH äußerst seltenes Ergebnis. Im Kampf um Platz drei konnten sich gleich drei Teams noch Chancen ausrechnen: Die Spielgemeinschaft München/Weinheim, Berlin und, allerdings mit schon großem Abstand, Hannover.
Gegen 9 Uhr versammelten sich alle Mannschaften im Hallenbad Badespass in St. Leon-Rot. Der Spielmodus war, wie in der Hinrunde, jeder gegen jeden, allerdings war diesmal eine Spielzeit von 2×8 Minuten vorgesehen. Zum ersten Mal wurden die Spiele über die Website des ausrichtenden Vereins, TCO Weinheim, live ins Internet übertragen. Gegen 11:30 kam es dann zum entscheidenden Duell der Topteams. Die Münchener Black Marlins mussten zwar einige Führungsspieler ersetzen, gingen aber mit voller Entschlossenheit ins Spiel gegen den TCO Weinheim. In den ersten Minuten konnten sie den TCO unter Druck setzen in sich in dessen Spielhälfte festsetzen. Dann jedoch gelang den Weinheimern ein schneller Konter, wodurch sie 1:0 in Führung gingen. Danach änderte sich das Bild jedoch kaum, die Black Marlins drängten auf den Ausgleich, bekamen jedoch in der Folge erneut ein schnelles Gegentor. Zur Halbzeitpause atmeten beide Teams nochmal tief durch, wobei der TCO eindeutig den besseren Start in die zweite Hälfte hinlegte und gleich den ersten Angriff zum vorentscheidenden 3:0 verwandelte. In der Folge kontrollierte das Team aus der Rhein-Neckar-Region das Spiel und ließ den Gegner nicht mehr ins Spiel kommen. Am Ende stand es 4:0 für die Heimmannschaft, die sich den Gesamtsieg nicht mehr nehmen ließen und im gesamten Spielbetrieb ohne Gegentor blieb.
Die Berliner Mannschaft konnte dank zweier überzeugender Siege gegen Hannover und die Spielgemeinschaft München/ Weinheim den dritten Platz erringen. Aber auch das junge Team aus Hannover konnte den ersten Pflichtspielsieg verbuchen und einen Erfolg mit nach Hause nehmen. Bei der Siegerehrung vor Ort waren es allerdings die Spieler des TCO Weinheim, die am lautesten jubelten, als der neuseeländische Kapitän Toby Scott den begehrten goldenen Pokal in Höhe hob.
Bei der anschließenden Feier spielte die Vereinszugehörigkeit aber keine Rolle mehr, schließlich kennt man sich aus internationalen Turnieren, bei denen man schon oft mit-
und gegeneinander gespielt hat. Dennoch waren alle sehr zufrieden, dass es endlich einen bundesweiten Spielbetrieb gibt, in dem alle deutschen Teams gegeneinander antreten. In diesem Sinne äußerte sich auch die Spielbetriebsleiterin, Sabina Hillebrandt: „Ich bin sehr zufrieden mit der ersten Saison, es gibt aber noch zahlreiche Dinge, die es zu verbessern gilt. Unser Ziel ist es ein Wettkampfsystem zu etablieren, ähnlich zu dem, das es im Unterwasserrugby schon seit Jahren gibt. Dies wird zwar noch einiges an Zeit benötigen, aber der Grundstein dafür ist gelegt.“ Die Kapitänin der deutschen Frauennationalmannschaft, Daniela Steidl, hob die Bedeutung eines Ligabetriebs im internationalen Kontext hervor: „Wir brauchen dringend diese Strukturen, um das Unterwasserhockey in Deutschland auch in der Breite zu entwickeln. Die Topnationen im  Unterwasserhockey haben alle ein Ligasystem aus denen sich dann die Talente für die Nationalmannschaften entwickeln. Es ist allerdings genauso wichtig, dass wir auf Turniere sowie Welt- und Europameisterschaften fahren, um Impulse von außen nach Deutschland zu bringen.

Danke an alle Helfer, die diesen Spieltag überhaupt erst möglich und auch so erfolgreich gemacht haben!